Dichterclub
Im vergangenen Schuljahr haben jede Woche 10 Kinder, die gerne schreiben und mit Texten umgehen, am Dichterclub teilgenommen. Hier konnten sie eigene Texte verfassen und mit Sprache spielen. Es sind tolle Ergebnisse entstanden: Zum Beispiel ein Gedicht, ein Bericht über das Schulleben an der IHS und sogar ein kleiner Roman mit mehreren Kapiteln.
Hier gibt es ein paar Werke, die die Kinder verfasst haben.
Feelinaland – Das Glück kommt zum richtigen Moment
(von Lilli)
Hallo, ich bin Feelina. Ich wohne im Internat Peppermint. Eigentlich bin ich ein ganz normales Mädchen, das besondere ist nur, dass ich in diese Zauberklasse gekommen bin. Hier sind Mädchen und Jungen getrennt. Das besondere an unserer Klasse ist, dass wir alle in unterschiedliche Fantasieländer reisen können. Ich stelle dir jetzt alle mal vor:
Als erstes die Mädchen. Lia, sie kann ins Bühnenland reise, Milla kann ins Tanzland reisen, Mali ins Blumenland, Bella in die Unterwasserwelt, Anne ins Pferdeland, Jenny ins Wolkenland und ich ins Feenland. Unsere Lehrerin ist Frau Knabe. Coco Knabe kann ins Tierland reisen. Die Jungen sind Justus, er kann ins Dinoland reisen, Niklas ins Piratenland, Noah ins Baustellenland, Lukas in den Weltraum Theo ins Raketenland, Tommi ins Fussballland und Leonard ins Gamingland. Ihr Lehrer ist Herr Arika; Patrik Arika kann ins Rätseland reisen. Unsere Direktorin heißt Frau Lüdek, Inka Lüdek und sie hat kein Land.
Letztens ist etwas ganz Komisches passiert und das kam so: wir saßen alle im Unterricht Unordnung hatte Länderreise – ich liebe dieses Fach! Als unsere Lehrerin uns das Kommando gab, reisten wir alle in unsere Länder. Nur bei Mali klappte es nicht. Sie versuchte es noch einmal, doch schon wieder klappte es nicht. Zum Glück blieb Frau Knabe immer noch ein Bisschen in unserer Klasse und reiste dann erst los. Deshalb bekam sie mit, dass es bei Mali nicht klappte. Sie fragte sie, was los sei, aber Mali wusste es nicht. Frau Knabe sagte: „Dann werde ich mal die anderen aus ihren Ländern zurückholen.“ Kurz darauf erklang das Trompetengeräusch, dass wir alle wieder in unsere Klasse zurückkehren müssen. Ich fragte mich, warum schon so früh, aber ich tat es. Als alle wieder angekommen waren, erzählte uns Frau Knabe, was geschehen war.
Wir waren alle geschockt und wussten nicht, was wir tun konnten. Nach langem Überlegen hatte ich eine Idee. Wir könnten doch versuchen, von unserer Ländermagie Mali etwas abzugeben. Anne fragte: „Und wie sollen wir das machen?“ „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht!“ Aber kurz darauf: „Ich hab’s!“ Wir blickten alle Milla an. Denn sie war die leiseste in unserer Klasse. „Wir alle an unsere Länder denken und auf Mali pusten.“ Pusten – ob das klappt?“, fragte Anne. „Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!“, meinte Lia. Also taten wir es. Wir stellten uns im Kreis um Mali und pusteten. Doch es klappte nicht. Ich schlug vor, dass wir uns vielleicht näher an Mali heran stellen könnten und Frau Knabe auch mit pusten könnte. Doch auch das klappte nicht! Jetzt wussten wir echt nicht mehr weiter.
Wir überlegten lange, doch uns fiel keine Lösung ein. Auf einmal rief Jenny: „Wir haben den Rest unserer Klasse noch nicht um Hilfe gebeten.“ Alle schauten sich um – fehlte ein Mädchen? Nein, eigentlich nicht! Jenny sagte: „Natürlich kein Mädchen, das meine ich nicht, sondern die Jungs!“ Jetzt verstanden wir es alle. Schnell rannten wir zu den Jungs, die grade Mathematik hatten. Frau Knabe konnte uns nicht mehr aufhalten. Wir rissen die Tür auf und stürmten herein. Außer Atem keuchten wir: „Wir brauchen Hilfe!!“ Herr Arika beruhigte uns erstmal. „So, setzt euch erst einmal hin und erzählt!“ So berichteten wir ihm unsere Geschichte. Dass Mali nicht mehr in ihr Land kam und die Versuche. „Und jetzt wollten wir fragen, ob uns eine bessere Idee kommt.“
Auch die Jungs überlegten. Nach einer Weile fragte Justus: „Mali, in welches Land kannst du nochmal reisen und welche Figur bist du dann?“ Mali antwortete: „Ich kann es Blumenland reisen und dort bin ich dann ein Blumenmädchen.“ „Gut, das ist einfach! Wir machen dir ein Kostüm und gestalten einen Raum so wie dein Fantasieland…“, schlug Justus vor. Wir teilten die Aufgaben auf: Mali, ich und Milla gingen mit Frau Knabe das Kostüm besorgen. Lia, Bella, Jenny und Anne bastelten die Deko. Niklas und Leonard suchten den Raum aus. Justus, Noah, Lukas, Theo und Tommi hängten die Sachen Boot Herrn Arika auf. Bevor wir loslegten, sagten wir noch unserer Direktorin, was passiert war. Sie sagte, dass das eine gute Idee sei, aber dass wir die Sache auf morgen verschieben sollten, da es gleich zum Abendessen gongte.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Einkaufscenter. ImKostümladen trennten wir uns, Frau Knabe ging auf die eine Seite und wir drei durchsuchten die andere Hälfte.Wir waren noch nicht lange unterwegs, da bemerkten wir eine komische Frau – sie wirkte irgendwie magisch. Sie sah nicht sehr alt aus, Mitte 30 oder so; ein richtig gutes Gespür habe ich nicht für Alter… Sie hatte haufenweise Ketten, Armbänder, Ringe und Fußketten an. Wir blieben nur kurz stehen, denn dann hatte Milla auch schon Blumenkostüme entdeckt. Wir suchten das aus, das Mali am ähnlichsten sah, wenn sie ein Blumenmädchen ist. Als wir zurückkamen, hatten die anderen schon große Arbeit geleistet. Die gebastelten Blumen und Wiesen sahen echt gut aus – die letzten Sachen wurden noch aufgehängt und dann waren wir fertig.
Heute Nachmittag war es so weit: Mali zog ihr Kostüm an und stellte sich in den Raum. Alle anderen drängten sich in die Ecken. Frau Knabe gab das Start-Signal – der große Moment war gekommen und es war mucksmäuschenstill. Doch es klappte nicht!! „Komm, wir versuchen es nochmal!“ Aber wieder nichts! „Vielleicht sollten wir alle heut raus- Mali ist ja sonst auch alleine in ihrem Land…“
Wir warteten vor der Tür. Nach langer Zeit kam Mali heraus und Justus fragte sie sofort, wie es war, Aber Mali sagte traurig, dass es wieder nicht geklappt hatte. Jetzt hatten wie auch keine Idee mehr.
Am nächsten Morgen wunderten wir uns. Anstatt Frau Knabe betrat eine junge Frau das Klassenzimmer, sie kam mir irgendwie bekannt vor… Sie stellte sich vor: „Guten Morgen, ich bin Frau Nanani, Michelle Nanani. Frau Knabe hat einen Job im Ausland bekommen und ist gestern Nacht los gereist, deshalb bin ich gekommen. Ich habe gehört, dass ihr alle in verschiedene Länder reisen könnt. Ich kann ins Naturland reisen.“ Als Frau Nanani fertig gesprochen hatte, fiel mir der viele Schmuck auf, den sie trug. Ja, das war die Frau, die ich im Einkaufszentrum gesehen hatte. Wir machten eine Vorstellungsrunde. Skandale an der Reihe war, geschah etwas Sonderbares: sie erzählte davon, dass sie nicht mehr in ihr Land kam. Frau Nanani hörte ihr aufmerksam zu. „Hast du es denn schon öfter versucht, in dein Land zu reisen?“, fragte Frau Nanani. „Ja, richtig oft! Wir haben schon ganz viel ausprobiert, doch nichts hat geklappt.“ Sie fragte: „Hast du schon mal einen Reise-Ring ausprobiert?“ „Ein Reise-Ring – was ist denn das?“, fragten wie alle. „Ein Reise-Ring ist dazu da, wenn jemand nicht mehr in sein Land kommt: wenn er oder sie ihn dann anzieht, dann klappt es wieder. Bei meiner Schwester war es auch schon mal so.“ Mali fragte: „Und wo bekommt man so einen Ring her?“ „Wenn du willst, kannst du einen von mir haben.“, bot Frau Nanani an. „Sehr gerne! Aber woher hast du den Ring?“ „Ich erfinde viele Sachen fürdie Ländermagie…“ „COOL!!“
Wir sagten schnell den Jungs Bescheid, damit sie rüberkommen konnten. In der Zeit holte ging Frau Nanani den Ring holen. Als sie wieder da war, gab sie ihn Mali. In Zeitlupe probierte Mali den Ring an. Als er festsaß, versuchte sie in ihr Land zu reisen – und: Es klappte!!! Wir schrieen alle vor Begeisterung und freuten uns. Endlich war Mali wieder glücklich!

